Die Gelöschte — das Muster des inneren Kindes dahinter
Das Kind, das gelernt hat, keine Spur zu hinterlassen
Was die Mandala zeigt
Ein geätzter leerer Bilderrahmen steht in der Mitte eines Kaminsimses. Um ihn herum halten kleinere Rahmen einfache Silhouettenporträts von Familienmitgliedern. Kaminkerzen glühen sanft. Ein getrockneter Strauß ruht an der Seite. Das Mandala aus Rahmen und sanften Bändern umgibt die Szene. Der leere Rahmen gehört ihr. Heute Nacht macht der Kaminsims Platz.
Was dieser Schatten ist
Du warst das Kind, dessen Anwesenheit immer wieder aus der Familienchronik gestrichen wurde. Vielleicht wurden deine Leistungen einem Geschwisterkind zugeschrieben. Vielleicht schrieb ein Elternteil eine Erinnerung um, an die du dich anders erinnertest. Vielleicht waren die Familienfotos von allen außer dir. Vielleicht hatte die Familienlegende keinen Eintrag für das Jahr, das du mit etwas verbrachtest, das dir wichtig war. Du lerntest, dass die offizielle Aufzeichnung dich nicht immer einschloss. Du lerntest, weniger Spuren zu hinterlassen, weil die Spur sowieso nicht geehrt würde. Mit den Jahren, kündigst du Beförderungen nicht an. Du überspringst deine eigenen Posts. Du gibst Anerkennung leicht weg. Du vermutest, deine Freundinnen wären nicht sicher, wann dein Hochzeitstag ist. Der Rahmen in diesem Bild ist leer. Die Kerzen sind angezündet. Der Kaminsims erinnert sich jetzt an dich.
Woran du Die Gelöschte vielleicht erkennst:
• Du schreibst eine Idee einer Kollegin zu, die eigentlich deine war
• Du fühlst dich unbehaglich, wenn jemand eine Geschichte erzählt, an der du auch beteiligt warst, und sie dich auslässt — und du korrigierst es nicht
• Du nimmst an, das Familienalbum hat nicht viele Bilder von dir, und hast es nie überprüft
• Du bist durch Gruppen gezogen und hast keine offensichtliche Spur hinterlassen
• Du merkst, dass erinnert zu werden sich anfühlt wie etwas, das du nicht zu fordern berechtigt bist
Wo es im Körper wohnt
Hände, die zurückwandern, wenn eine Handykamera sich hebt. Eine stehende Bereitschaft in den Beinen, zur Seite zu treten. Eine kleine Subtraktion im Körper in dem Moment, in dem dein Name fast ausgesprochen wird.
Was das Ausmalen bewirkt
Diesen leeren Rahmen auszumalen heißt: ihn mit deiner Anwesenheit füllen zu lassen. Die anderen Porträts bleiben, wo sie sind. Sie dürfen ihren Platz behalten. Du auch. Male zuerst den leeren Rahmen. Er hat auf deinen Umriss gewartet.
Nimm dir nach dem Ausmalen fünf Minuten:
1.
Atme. Hand auf die Brust. Drei Atemzüge, die sagen: „Ich war hier"
2.
Male. beginne mit dem leeren Rahmen. Er gehört dir
3.
Merke. einen Ort, an dem du dich kleiner gemacht hast. Erlaube dir, einen Zoll zurückzunehmen
4.
Schreibe. einen Satz: „Was ich getan habe und wofür mich niemand würdigte, ist ____"
Der Kaminsims hat Platz für dich. Dein Name gehört hierher.
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