Die Darstellerin — das Muster des inneren Kindes dahinter
Das Kind, das gelernt hat, dass Liebe mit Applaus kommt
Was die Mandala zeigt
Eine leere Theaterbühne wartet unter hängenden Papierlaternen und Bandgirlanden. Eine einzelne Rose liegt auf dem Holzboden, dort wo das Scheinwerferlicht fiel. Die Samtvorhänge halten ihre Falten. Um die Bühne kreist geduldig ein Mandala aus umrissenen klatschenden Händen und Sternen. Die Sitze werden nicht gezeigt. Der Raum wartet, dass die Vorstellung beginnt. Für diese vierzig Minuten muss die Vorstellung nicht beginnen.
Was dieser Schatten ist
Du warst das Kind, das früh herausfand: Liebe kommt, wenn du lieferst. Gute Noten. Ein sauberer Vortrag. Ein lustiger Satz beim Abendessen. Ein Sieg bei der Aufführung. Irgendwo im frühen Haus leuchteten deine Eltern auf, wenn du etwas hervorbrachtest — und blieben neutral, wenn du einfach warst. Du lerntest: leuchten hieß geliebt werden. Dunkel sein hieß übersehen werden. Du wurdest exzellent darin zu lesen, was der Raum wollte, und es zu geben. Inzwischen bist du die Kollegin, die jedes Event moderieren kann. Du bist die Freundin, die immer strahlend auftaucht. Du bist die Partnerin, die ein schweres Gespräch tragen kann, indem du unterhaltsam bleibst. Aber leise weißt du nicht, wie du klingst, wenn niemand zuschaut. Du fragst dich, ob die unbeleuchtete Version von dir uninteressant wäre — und das Fragen ist die ganze Wunde.
Woran du Die Darstellerin vielleicht erkennst:
• Du fühlst eine kleine flache Erschöpfung nach sozialen Ereignissen, die alle anderen lustig fanden
• Du ertappst dich dabei, was du in einem beiläufigen Gespräch sagen wirst, vorher zu proben
• Du fühlst eine kurze Panik, wenn jemand fragt: „Wie geht es dir wirklich?"
• Du kannst einen Raum tragen, wenn du musst — und am nächsten Tag nicht aus dem Bett
• Du weißt nicht, was du allein gern tust, ohne dass du es später teilen wirst
Wo es im Körper wohnt
Ein gehaltenes Lächeln, das in den Wangenknochen wohnt — es kommt nie ganz in den Augen an. Ein Zwerchfell, das unter jedem länger anhaltenden Blick flach bleibt. Hände, die sich inszenieren, bevor sie sich bewegen.
Was das Ausmalen bewirkt
Diese leere Bühne auszumalen lässt die Lichter brennen, ohne dass du sie betreten musst. Die klatschenden Hände klatschen weiter — für die Rose, für die Laternen, für die Vorhänge. Der Zuschauerplatz gehört dir für vierzig Minuten. Die Bühne hält, was sie immer gehalten hat: eine einzelne Rose, niemanden, der sich verneigt.
Nimm dir nach dem Ausmalen fünf Minuten:
1.
Atme. lass das halbe Lächeln fallen. Drei Atemzüge in den unteren Bauch
2.
Male. beginne mit der Rose. Langsam. Niemand misst die Zeit
3.
Merke. was dein Gesicht tut, wenn niemand im Raum ist. Lass es geschehen
4.
Schreibe. einen Satz: „Die Version von mir, der niemand applaudierte, war ____"
Die Bühne hält. Du darfst heruntersteigen.
7
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