Das Verlassene — das Muster des inneren Kindes dahinter
Das Kind, das gelernt hat, dass Türen sich hinter denen schließen konnten, denen es vertraute
Was die Mandala zeigt
Eine leere gerippte Holzwiege steht neben einer offenen Tür. Rankende Reben sind in den langen stillen Jahren durch den Türrahmen gewachsen. Ein Mandala aus Türbögen, hängenden Laternen und sanften Nachtmotten umrahmt die Szene. Die Tür ist offen, nicht zugeschlagen. Das Verlassen geschieht heute nicht. Die Wiege ist seit langer Zeit leer. Die Laternen brennen noch. Jemand ist noch hier.
Was dieser Schatten ist
Du warst das Kind, das lernte, dass die Menschen, die bleiben sollten, gehen konnten. Vielleicht starb ein Elternteil jung. Vielleicht ging ein Elternteil, körperlich oder emotional. Vielleicht wurde eine Betreuungsperson ins Krankenhaus eingeliefert und kam nie ganz zu dir zurück. Vielleicht war das Gehen leiser — ein Elternteil, das im Haus blieb, aber nicht mehr erreichbar war. Du lerntest, dass Vertrauen ein Risiko war und Liebe ohne Warnung widerrufen werden konnte. Inzwischen wappnest du dich dafür, dass die Menschen, die du liebst, gehen. Du wartest, dass das Schweigen zwischen Nachrichten etwas bedeutet. Du schützt dich selbst, indem du dich zuerst zurückziehst. In den schlimmsten Momenten sagt eine Stimme in dir, du seist auf eine Weise unliebenswert gewesen, die das Gehen verursachte. Die Tür ist in diesem Bild offen. Das Gehen ist geschehen. Die Tür wurde nicht zugeschlagen.
Woran du Das Verlassene vielleicht erkennst:
• Du fühlst einen Blitz der Panik, wenn eine Freundin länger als üblich braucht, um zu antworten
• Du trauerst um Beziehungen, die noch stattfinden
• Du hältst den Teil von dir zurück, der am stärksten liebt, damit er nicht wieder verloren gehen kann
• Du gehst zuerst, wenn du Nähe spürst, auch wenn nichts falsch ist
• Du fühlst eine kleine Erleichterung, wenn eine geliebte Person absagt — zumindest weißt du jetzt, wann das Gehen ist
Wo es im Körper wohnt
Eine subtile, ständige Geh-Bereitschaft in den Waden, auch im Sitzen. Eine flache Müdigkeit hinter den Augen, die in dem Moment ankommt, in dem Liebe sich wirklich anfühlt. Eine leise Vor-Trauer, die im Magen wohnt, wenn ein Abschied sich bildet.
Was das Ausmalen bewirkt
Diese Szene auszumalen heißt: die Tür offen atmen zu lassen, nicht zugeschlagen. Die Wiege ist leer, weil jemand, den du geliebt hast, nicht mehr da ist, um sie zu füllen. Die Laternen brennen noch, weil manche Lieben nicht gegangen sind. Male zuerst die Laternen. Sie waren die ganze Zeit hier.
Nimm dir nach dem Ausmalen fünf Minuten:
1.
Atme. lege eine Hand über die Hohlheit in der Brust. Drei langsame Atemzüge
2.
Male. beginne mit den Laternen. Den, die noch brennen. Noch nicht der leeren Wiege
3.
Merke. eine Person, die noch hier ist, noch sicher. Stelle sie dir leise vor
4.
Schreibe. einen Satz: „Die Liebe, die blieb, auch als andere Liebe ging, ist ____"
Nicht alle sind gegangen. Manche Lieben sind noch hier. Du bist nicht allein.
Wenn sich heute zu schwer anfühlt, um es allein zu tragen, wende dich bitte an jemanden. DE/AT/CH: 0800 111 0111 · International: findahelpline.com
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