Die Leistungsstrebende — das Muster des inneren Kindes dahinter
Das Kind, das gelernt hat, dass Wert mit dem nächsten goldenen Stern kam
Was die Mandala zeigt
Ein kleines Kind sitzt an einem Holztisch, umgeben von Stapeln in Leder gebundener Bücher, gerollter Schriftrollen und Federkielen in Tintenfässern. Ein Mandala aus Bücherregalen umkreist sie, mit schwebenden Bandmedaillen und umrissenen Auszeichnungen, die zwischen den Regalen treiben. Die Bücher sind geschlossen. Die Medaillen sind leer. Der Tisch gehört ihr. Für diese vierzig Minuten wird nichts benotet.
Was dieser Schatten ist
Du warst das Kind, dessen Wert in Ergebnissen gemessen wurde. Die Eins bekam das Lächeln. Die Drei bekam die Stille. Der Pokal bekam das gerahmte Foto an der Wand. Die Teilnahmeurkunde bekam nichts. Du lerntest früh, dass Liebe mit Leistung kam und sich beim Durchschnittlichen zurückzog. Also wurdest du exzellent. Dann noch exzellenter. Dann erschöpft. Inzwischen kannst du nicht aufhören zu arbeiten. Du fühlst Schuld an einem Samstagnachmittag. Du beantwortest die E-Mail um 23 Uhr. Du übernimmst das Extraprojekt, das niemand verlangt hat. Du wirst ständig gelobt und bist einsam im Lob. Vieles davon wirst du behalten. Deine Leistung hat dir ein Leben gebaut, das du tatsächlich magst. Diese Seite verlangt nicht, dass du es abbaust. Nur, dass du die Bücher für vierzig Minuten schließt. Der Tisch in diesem Bild ist der, an dem du aufgewachsen bist. Die Bücher sind geschlossen, weil es für vierzig Minuten niemanden zu beeindrucken gibt.
Woran du Die Leistungsstrebende vielleicht erkennst:
• 1. Du fühlst Schuld, wenn ein Wochenende vergeht, ohne dass du etwas produziert hast
• 2. Du vergleichst heimlich deine Leistung mit der einer Kollegin, auch wenn du sie respektierst
• 3. Du fühlst am dritten Urlaubstag eine flache Angst
• 4. Du misst dich in erledigten Aufgaben, nicht in gelebten Stunden
• 5. Du merkst: würden die Leistungen aufhören, wüsstest du nicht, wer du bist
Wo es im Körper wohnt
Unterarme, die von der Tastatur schmerzen, bevor der Tag vorbei ist. Ein leises Summen irgendwo im Bauch, das nie ganz herunterfährt — wie eine Batterie im Erhaltungslademodus. Ein subtiles Vor-Versagen in den Augen in dem Moment, in dem ein Abgabetermin ankommt.
Was das Ausmalen bewirkt
Diesen Tisch auszumalen heißt: die Bücher geschlossen zu lassen. Die Medaillen bleiben leer. Die Schriftrollen bleiben gerollt. Nichts auf der Seite muss verdient werden. Für diese vierzig Minuten wirst du nicht gemessen. Du malst, weil du wolltest. Das ist der ganze Punkt.
Nimm dir nach dem Ausmalen fünf Minuten:
1.
Atme. drei langsame Atemzüge. Keine Aufgabe wartet in den nächsten zehn Minuten
2.
Male. beginne mit einem geschlossenen Buch. Langsam. Es gibt kein Kapitel zu beginnen
3.
Merke. den Teil von dir, der fertig sein will. Lass ihn warten
4.
Schreibe. einen Satz: „Der Teil von mir, der außerhalb von Leistung existiert, ist ____"
Auf dieser Seite gibt es nichts zu beweisen.
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Druckfertig mit 300 DPI, 21,6 × 27,9 cm. Drei Seiten sind mit jeder E-Mail-Adresse kostenlos — die anderen 37 findest du im Buch.
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